COLLEGIUM MAIORUM in Hamburg

COLLEGIUM MAIORUM IN HAMBURG Am 11. Oktober 2009 ist auf unsere Einladung der Chor der Technischen Universität in Stettin, Collegium Maiorum nach Hamburg gekommen und hat in der Hauptkirche St. Nikolai ein Konzert gegeben. Der Chor wurde 1973 gegründet und tritt erfolgreich in Polen und im Ausland, vor allem in Deutschland auf. Seit 2002 arbeitet Collegium Maiorum unter der Leitung des Dirigenten und Chorleiters Pawel Osuchowski. Der Chor ist mit 38 Personen aufgetreten und der junge Chorleiter und Dirigent hat auf interessante Weise den ganzen Kirchenraum als ein Resonanzkörper für seine Sänger in Anspruch genommen, was die Zuschauer mit großer Begeisterung begrüßt haben. Der Dirigent hat ein Porträt der polnischen Musik im Laufe der letzten Jahrhunderte geliefert. Er ist davon ausgegangen, dass der Gesang als der Spiegel der polnischen Kultur dienen könnte. Jedes musikalische Element ist mit konkreten Ereignissen der Geschichte verbunden. Er hat das Polen-Bild in zwei Teilen den Zuhörern vorgeführt, und zwar in Form der sakralen Musik, die auf die christliche Tradition zurückgreift und der profanen, die von den wichtigsten polnischen Komponisten stammt. Das erste Polen-Bild wurde von der sakralen Musik bestimmt. Diesen Teil haben die Sänger mit dem wunderschönen Gaude Mater Polonia angefangen, einem Lied dessen Melodie von dem lateinischen Lied O salutaris Hostia stammt. Der Text würdigt den heiligen Stanislaus, den Bischof und Märtyrer und polnischen Patronen, der in Krakau auf dem Wawel zusammen mit den polnischen Königen beerdigt wurde. In der Barockzeit wirkte auf dem Königshof Grzegorz Gerwazy Gorczycki, dessen Musik noch von dem italienischen Komponisten stark beeinflusst war. Seine Missa Paschalis hat die Zuhörer in der Nikolaikirche bezaubert und nachdenklich gestimmt. Die Musik der Aufklärung in Polen stand unter deutschem Einfluss, weil viele junge Musiker an den Konservatorien in Deutschland studiert haben. Ein Fragment des Oratoriums Die Findung des Heiligen Kreuzes von Feliks Nowowiejski macht es offensichtlich. Im Konzert dominiert jedoch die Musik des 20. Jahrhunderts, die mit dem Laudetur Jesus von Karol Szymanowski anfing und als Höhepunkt des Abends mit dem Agnus Dei aus dem Teufel von Loudon von Krzysztof Penderecki beendet wurde. Das zweite, profane Polen-Bild ist bunt, manchmal temperamentvoll, oft nachdenklich oder sehnsüchtig. Es wurden einige Lieder dargeboten, die bei besonderen Anlässen, meistens Hochzeiten, gesungen wurden. Die Musik und die Texte sind voller Emotionen, Liebe, Freude, aber auch Trauer, Groll, Verzweiflung und Hoffnung. Einige alte Lieder haben eine musikalische Bearbeitung durch die bekannten polnischen Komponisten, Karol Szymanowski und Stanislaw Moniuszko erfahren. Andere wurden von zeitgenössischen Musikern für den Chorgesang adaptiert. Das Schlusswort vom Chorleiter Pawel Osuchowski hieß: "Wer von Ihnen mir glaubt, soll zuhören, wer zuhört, soll begeistert sein, und wer begeistert ist, soll nach Polen kommen. Die Zuhörer in der Nikolaikirche waren begeistert, was sie mit langem Applaus gewürdigt haben. Viola Krizak Pawel Osuchowski

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