GABRIEL LAUB, Jerzy Lec und seine FreundInnen
18.05.2009: Das hätte auch GABRIEL LAUB gerne mitgemacht:
lange und schön debattieren, dabei gut essen, viel trinken - nur geraucht wurde nicht. Und nach draußen gegangen zum Rauchen wäre ER bestimmt nicht!
Am Freitagabend (17.4.09) redeten wir über IHN und von IHM: GABRIEL LAUB würde am 24.10.09 81 Jahre alt. Aber wegen seines Todes- oder Geburtstages waren wir nicht zusammengekommen. All dies hat uns Frau Dorota Uscinska-Kostrzewa von ganz weit weg aus Polen, aus Lomazy in Podlasien - das liegt etwa 50 km vor der weißrussischen Grenze in "Polska B" - eingebrockt. Dort ist sie Deutschlehrerin und hat noch nach vielen Jahren Unterrichtspraxis angefangen, ihren Doktortitel in Germanistik zu erlangen. Ihr Thema: GABRIEL LAUB und seine Aphorismen. Schon im Oktober hatte sie sich gemeldet (über Wolfgang Madlung war sie an die DPG Hamburg und an den ‚ Hamburger Koordinator für Schulkontakte mit Polen’ herangetreten) und wollte nach Hamburg kommen, "um über diesen fantastischen Literaten auch persönlich zu recherchieren". Jetzt war sie nach 24 Stunden Fahrt am Donnerstag früh angekommen. Am gleichen Tag sah sie in der Uni-Bibliothek einen Brief von G.L. an IDA EHRE ein, der sich in ihrem Nachlass befand und war mit der NDR-Redakteurin Sybille Wahnschaffe im NDR-Archiv, wo sie eine Vielzahl von Ton-Dokumenten mit und über G.L. fanden.
Am Freitag dann hatten Aleksandra und Hartwig Zillmer den Sohn von GABRIEL, Simon, und einige ehemalige Freundinnen und Freunde zu sich eingeladen. Denn Dorota hatte einige Fragen mitgebracht. Es waren - neben Simon - gekommen: Sabina Kasiske-Krause, die gemeinsam mit ihrem Mann Rolf Kasiske (ehem. Regierungsdirektor im Planungsstab der Senatskanzlei und freier Autor und Journalist) Gabriel aus der 68er-Zeit der Tschechoslowakei kannten und die erste Zeit danach in Hamburg nach dessen Flucht nach dem Einmarsch der Roten Armee in Prag.; Jurek Lamorski, begnadeter Akkordeonspieler, der mit Gabriel viele gemeinsame Veranstaltungen mit spitzer Zunge, viel Qualm und sanften Rhythmen bis in die letzten 90er Jahre hatte. Dann ROBS, allseits bekannter Karikaturist und " jüngerer Altersgenosse" mit Frau Hanka. Einige andere mussten leider absagen. Es war wunderbar, wie viel Dorota über Gabriel wusste und sich mit dem Sohn reichlich austauschte. Nicht nur biografisch-persönliche Einzelheiten und Zusammenhänge kamen zum Vorschein, sondern auch tiefe literarische Gespräche fanden statt und "Zwischenrufe" machten die Runde. GABRIEL LAUB war eben viel beschäftigt mit dem Schreiben von Büchern, Esssays, Kolumnen und Aphorismen, mit dem Rauchen, den Frauen, dem Feiern und dem Essen. ER war ein wahrer Lust-Mensch und Satiriker, denn "denken verdirbt den Charakter". Wir sind sehr froh, dass wir Dorota viel "Stoff" für ihre Doktorarbeit und ihre Lehrertätigkeit mit nach Polen geben konnten und GABRIEL LAUB für drei Tage wieder in lebendiger Erinnerung war. Am Samstagabend fuhr der Bus zurück, wieder 24 Stunden. Einige Päckchen und E-Mails werden noch folgen. Und wenn die Doktorarbeit einmal fertig werden sollte,......
Es lohnt sich, gerade auch in heutigen unsicheren Zeiten, sich mit IHM zu befassen und von ihm zu lesen. Und ein Letztes für Interessierte: STANISLAW JERZY LEC und GABRIEL LAUB (18 Jahre jünger)- beide Satiriker und Aphorismen-Schreiber - haben sich lange gekannt und gegenseitig verehrt. (Leider verstarb Lec bereits im Mai 1966 mit 57 Jahren)




